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Mittelalter
Live in der Arche Warder
vom
13.5. - 16.5.2010
Lasset
schweifen einen Blick übers Feld, wo zu meister Zeit die
Tiere sind, schaut,
es ist mit Zelten vollgestellt, im Lager Markt und Fest ich
find....
Der
Markt in meinem Heimatdort war in diesem Frühjahr vier Tage
lang und ein Erlebnis von dem ich berichten möchte. Für
mich waren es fast fünf Tage, da viele am Mittwoch auch schon
schulfrei hatten, haben wir uns diesen Tag zum Aufbauen
ausgesucht. Ich kam an jenem Tag gegen elf Uhr in der Arche Warder
an und begann bei Wind und leichtem Nieselregen unseren Platz zu
suchen. Schnell fiel mir auf, das ich der erste von uns war, die
anderen waren aber schon mit aller Ausrüstung und den Zelten
auf dem Weg. Auf den Wiesen waren die Plätze abgesteckt und
mit Schildern versehen, kein Problem unseren Platz zu finden,
dachte ich mir, und meine Runde über den nassen Platz.
Allerdings fand ich kein Schild mit unserem Vereinsnamen und
machte eine zweite Runde bei der ich auch keinen Erfolg haben
sollte. Dann sah ich aus dem Augenwinkel das Auto der Kropps, wie
es auf die Wiese der Jakobsschafe fuhr, hier war also unser Platz,
natürlich ohne Schild.
Endlich
war Arbeit eingetroffen und ich konnte durch die Aufgaben wieder
warm werden. Da wir für vier Tage im Wohnzimmer der
Jakobsschafe leben sollten, mussten wir das erst mal ein wenig mit
Hilfe von Schaufeln säubern. Dann ging es ans Aufbauen der
großen Plane, die die Feuerstelle schützt, und ans
Ausladen des geliehenen Wagens. Als der ganze Platz unter der
Plane schon zugestellt war, mussten wir immer noch den Kofferraum
des VW-Busses ausladen, der auch bis oben hin voll war.
Beim
Aufbauen der Zelte, in denen wir schlafen sollten, war öfter
die Kraft und Größe von Yannic und mir gefragt. Es ging
schneller als ich erwartet hatte, da alle fleißig zupackten.
Nachdem wir die Betten aufgestellt und die Sachen in die Zelte
geschafft haben, machten wir uns über das Holz her. Wir
schafften heran, was wir tragen konnten und was in die Bollerwagen
des Tierparks passte. Viele Hölzer waren groß und
schwer und mussten noch zerkleinert werden. Ich griff also zur
Säge und zum Beil und machte mich ans Werk, während Jana
stets dafür sorgte, dass ich genug zu tun hatte.
Gegen
15 Uhr ging ich nach Hause um meine ganzen Sachen zu packen und zu
holen und war um ca. 18 Uhr wieder im Lager, wo das Feuer schon
brannte, dieses Mal gewandet. Nach dem Essen und noch ein wenig
Arbeit bei Holzhacken, setzten sich die DSA- (Das Schwarze Auge)
Spieler an den Tisch, um ein Abenteuer zu bestreiten. Schon an
diesem Tag hörten wir öfters den Lagerwitz, der uns bis
Sonntagabend immer wieder erheiterte.
Als
ich dann am Donnerstag aufwachte war Heino schon wach und hatte
auch schon Feuer und heißes Wasser gemacht. Er war schon am
morgen dabei an seiner Knotentafel zu arbeiten und hatte das ganze
Lager im Griff, bis die anderen aufwachten und es dann Frühstück
gab, das für Heino schon fast Mittag gewesen wäre. Wir
sind aber noch damit fertig geworden, bevor der Markt eröffnet
wurde und konnten auch das Wurfspiel noch aufbauen. Beim Aufbau
haben wir auch gleich alle Kunststoffseile (Polytierchen)
ausgetauscht, natürlich nach einer Anregung von Heino. An
diesem ersten Tag hatten wir viele Besucher, die viele Körbe
flechten und Specksteine bearbeiten wollen. Mit Holzspalten,
Korbflechten, Suppe kochen und ein wenig Stockkampf war ich den
ganzen Tag beschäftigt und die Zeit verging wie im Flug. Am
Abend setzten wir uns wieder zum Grillen und anschließendem
DSA-Spielen zusammen.
Am
Freitagmorgen - wie sollte es auch anders sein – war wieder
Heino als erster wach und hatte heißes Wasser fertig, mit
dem wir brauen konnten was wir wollten, ich für meinen Teil
meinen Tee. Nach einer weiteren Übung im Holzspalten, bei der
wir sehr mit einem herzhaften Obstbaum zu kämpfen hatten,
beschloss Heino ein neues Beil und Holz für Deckel zu
besorgen. So hatten wir auch eine Aufgabe am Morgen, wir wollten
Deckel für unsere Töpfe machen. Jürgen sollte die
Griffe schnitzen, doch diese landeten mit dem Stiel eines Beils im
Feuer, da Heino einen Lederstreifen als Griffe auf die Deckel
nagelte. Auch an diesem Tag war unser Lager gut besucht und es
wurden viele Körbe geflochten, so dass Christel am nächsten
Tag mit neuem Material im Lager ankam. Für das Essen waren
wieder die Männer zuständig, genauso wie am Vortag und
an den beiden Folgetagen. Natürlich übten wir auch
wieder mit den Stöcken für Sonntag, am Abend sollte ich
auch die Anweisungen beim Formationslauf geben, was auch sehr gut
funktionierte. Leider wurde Jana bei einer Übung am Ohr
getroffen und musste noch ins FEK. Auch wenn es ein Unfall war,
überschattete er doch den Abend.
Als
ich am nächsten Tag aufstand und meinen Tee braute, sahen
wir, dass noch weitere Händler ankamen und ihre Zelte
aufschlugen. Ich wusste, dass ich nochmal eine ausführliche
Runde über den Markt drehen musste. Da ich ja auch schon viel
Zeit im Lager zugebracht hatte und auch bei einigen Dingen half,
konnte ich mir das wohl gönnen. Ich war aber erst gegen
Nachmittag seltener im Lager zu treffen, da ich am Vormittag lange
mit Heino beim Wurfspiel stand oder bei den Specksteinschleifern
saß. Gekämpft haben wir nicht mehr, da ja unsere beste
Kämpferin leider ausfiel. An diesem Samstag schien es auch
Sitte zu werden, dass meine Mutter uns Kuchen brachte, der uns
allen stets mundete.
Am
Abend zog leider Regen auf, aber die Musik und der Tanz wurden in
das Haus verlegt und es war voll von Gästen und Leuten aus
dem Lager. Etwas beengt durfte ich mit vielen Anderen
mittelalterliche Tänze lernen. Es machte viel Spaß auch
wenn es an einigen Stellen etwas stockte. Und ich stelle fest: man
sollte das Sax zum Tanze ablegen, man bleibt doch von Zeit zu Zeit
mal an der Wand hängen. Am Abend saßen wir dann eng
zusammen um unsere Feuerschale, während der Regen auf das
Lager niederprasselte. Wir legten uns mit der Hoffnung von
Sonnenstrahlen geweckt zu werden zum schlafen.
Es
dauerte noch bis zum Beginn des Markts bis der Regen aufhörte
und die Sonne hervorkam. Das Feuermachen am Morgen war schwerer,
da die ganze Nacht Regen in die Feuerschale getropft war, aber
unsere Lager war trocken und unter meinem Umhang störte mich
der Regen kaum. Auch wenn der Morgen sehr kalt war, die Sonne
belohnte uns dafür am Nachmittag. Der Sonntag war der
Kampftag, also der Tag an dem wir das erste Mal vor Zuschauern
auftreten würden. Um zwei Uhr übten wir noch einmal,
wieder gab ich die Anweisungen. Eine Stunde später schritten
wir mit den Stöckern auf das Kampffeld und nach einer kurzen
Begrüßung durch Heino, legten wir los. Ich für
meinen Teil war sehr zufrieden mit der Leistung aller, wie uns
auch viele andere bestätigten. Es hat wirklich Spaß
gemacht und ich freue mich schon darauf auf unserem Markt den Stab
zu schwingen. Wie mir auch zu Ohren kam hat unsere Darstellung
auch den Gästen gefallen, die Übung hat sich also bis
hier hin ausgezahlt.
Nach
dem Kampfe merkte ich auch, dass der Markt langsam zu seinem Ende
kam und auch schon wenige Stunden später hatten wir unsere
Zelte wieder abgebrochen und waren auf dem Weg ins 21.
Jahrhundert.
Jes-Matthias
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