Op de Vogelwiesch

Mittelalterverein Bordesholm e.V.


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Mittelaltermarkt Bordesholm 2010

Ich habe lange gewartet auf diesen Markt, viele Dinge wollte ich bis zu diesem Zeitpunkt fertig haben. Jetzt, genau zwei Wochen später, will ich davon berichten.

Ich möchte mit dem Samstag beginnen, ich wachte wohl so gegen 5:40 mal wieder auf, die Zeltplane über mich schimmerte rötlich und ich höre das Feuer draußen. Ich wusste Heino war wach, also könnte ich auch mal aufstehen und auch die aufgehende Sonne warten. Nach und nach erwachte das ganze Lager am Ufer des Bordesholmer Sees. Nach dem Frühstück vor der Klosterkirche machten dann die Händler ihre Stände auf und zur Markteröffung machte ich meine erste Kontrollrunde über den Markt. Als nachher die ersten Gäste kamen holten wir dann auch den Speckstein raus und ich hatte ein wenig Zeit an weiteren Beispielen zu Arbeiten.

Am Nachmittag begann dann unser vielseitiges Programm, bei dem ich auch mehr zu tun hatte. Ich bereitete also mit meiner Schaukampfgruppe unser Feld vor. Zusammen mit dem Marktvogt zeigten wir unser Können, das wir im letzten halben Jahr erlernt haben. Die leichte Hanglage und die vielen Zuschauer waren etwas ungewohnt für uns, aber im Großen und Ganzen hat unsere Vorführung sehr gut geklappt. Besonders die Idee Heinos Schild zu spalten ist bei den Zuschauern gut angekommen, auch wenn der Schild den ersten Tag fast ohne Schäden überstand. Es war auf jeden Fall etwas Besonderes den Schild zu führen, während ein großer Vorschlaghammer darauf einschlägt.

Nachdem ich mich ein wenig beruhigt und erholt hatte, fand ich ein wenig Zeit mit Heino, Kai und Anja auf der Imme - dem originalgetreuen Nachbau eines Wikingerbeiboots - über den Bordesholmer See zu fliegen. Schon auf der Rückfahrt hatten Kai und ich uns einigermaßen aufeinander abgestimmt und machten gute Fahrt, die uns allen sehr viel Spaß machte. So wie wir über den See folgen verging auch die Zeit, ich wollte eigentlich noch einige Lieder von Satolstelamanderfanz hören, aber die Vorbereitungen für unsere Feuershow mussten langsam mal beginnen.

So haben wir unsere Sachen zusammengesucht und auf dem Platz vorbereitet, dann die Reihenfolge noch einmal durchgesprochen und nach einigen Komplikationen mit der Musik konnten wir unser Programm im Halbdunkeln das erste Mal zeigen. Es hatten sich viele Leute eingefunden und wir vier haben vorher noch nie alle zusammen geübt. Aber das sollte uns nicht stören, schließlich konnte jeder seinen Teil und der Ablauf klappe, die Leute jedenfalls waren begeistert. Die zweite Show in völliger Dunkelheit lief dann noch etwas besser ab und gab uns großen Jubel und großes Lob.

Direkt im Anschluss machte ich bei der Fackelfahrt auf dem See mit, diese Mal durfte ich die Imme allein rudern, musst aber auch nicht besonders schnell sein. Den Rest des Abend saßen wir noch Gemütlich zusammen beim Grillen, bis ich erschöpft zum Ende des ersten Markttages einschlief, unter dem roten Schimmern an der Zeltplane, das ich bei aufwachen sah.

Am Sonntagmorgen hatte ich eine Stunde mehr Schlaf und hörte solange Heinos Geschichten zu, dass ich fast das Frühstück vergaß, in letzter Minute konnte ich noch ein paar Brötchen bekommen und schnell unterwegs essen.

Nachdem wir eine geplante Schildwall-Aktion vor der Kirche verhindert hatten, da über die Absprache keine Klarheit herrschte, war die Stimmung in einigen Lagern gedämpft, aber das sollte uns den Morgen nicht verderben. Unser erster Stockkampfauftritt hat sich weit nach hinten verschoben und bis es dann endlich losging hatte ich mich schon recht stark über die Verzögerung geärgert. Dennoch war es eine gute Vorführung, die wir abgeliefert haben.

Zwischen den Aufführungen hatten wir zwar drei Stunden Zeit, aber mit Rundgängen und einer zweiten Bootsfahrt zusammen mit Yannic war diese Zeit auch schnell wieder weg, ohne dass ich Zeit fand lange bei Satolstelamanderfanz zu zuhören oder mir die Moritaten anzuhören. Bei zweiten Mal kämpften wir nur noch zu viert, was auch sehr gut lief. Diese Mal musste ich sehr lange mit dem Schmied kämpfen, bis der Schild brach. Doch er schaffte es und die Zuschauer hat es wohl auch gefreut.

Den Rest des Tages spürte ich auch schon die Erschöpfung von dem Wochenende und ehe ich mich versah war es auch schon sechs und der Markt ging zu Ende. Nachdem wir dann das meiste zusammengeräumt hatten und ich meine Sachen gepackt hatte verließ ich müde aber glücklich die Klosterinsel und das Mittelalter, bis zur nächsten Reise in alte Zeiten.


Jes-Matthias