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Holsteiner
Landmarkt beim Landgasthof Kirschenholz im Oktober 2011
Ein
dörflicher Herbstmarkt mit mittelalterlichen Klängen,
Zelte aus alten Zeiten zwischen und unter den Obstbäumen, ein
Wikingerboot neben einem Lanz Bulldog, das ist der Kischenholz
Herbstmarkt im Schillsdorf 2011. Ich will ein paar Worte verlieren
zu dieser vielleicht unerwarteten, aber gelungenen Kombination.
Nachdem
Kischenholz auf unserem Bordesholmer Mittellaltermarkt 2010 für
Speis´ und Trank sorgte, kam die Idee einen Mittelaltermarkt
in Schillsdorf zu veranstalten. Als Test wurde daher ein
mittelalterliches Lager in den Herbstmarkt eingebaut und das hat
sich bewährt. Wir hatten immer viel Publikum und viele Gäste
an unseren Werkplätzen. Mit Sicherheit konnten auch einige
Gäste, die sonst keine Mittelaltermärkte besuchen, einen
Blick in unser Lager werfen. Ich möchte aber, wie ich es zu
tun pflege, vorn beginnen, beim Freitagabend:
Den Freitagabend wollten wir noch
nicht aufbauen, aber das Lottergesindel schon und ich hatte das
Glück den ersten Abend dieses Marktes bei ihnen verbringen zu
dürfen. Glücklicherweise hatten sie noch das von mir
gehackte Holz aus Warder mit, wodurch ich nicht viel Arbeit hatte.
Es war ein netter Abend in kleiner Runde. Noch war der Platz
dunkel und es standen nur drei Zelte unter Apfelbäumen.
Der Samstag beginnt für ein
Lager recht spät, aber wir mussten auch kein Wasser für
Tee und Kaffee kochen, da es auch Samstag schon ein leckeres
großes Frühstück vom Kischenholz gab. Ich musste
nun aber zum Aufladen nach Großbuchwald, während das
Lottergesindel fast zwei Stunden am Frühstückstisch saß.
Unser Aufbau war nicht ganz reibungslos, aber dennoch schnell und
gut. Die Gemüter beruhigten sich, als alles stand und
besprochen wurde. Das Mittelalter Lager stand am späten
Nachmittag und nach einer verdienten Pause gab es das abendliche
Grillen mit Wurst, Bier und allem was dazu gehört. Das Feuer
in den Feuerkörben war durch den modernen Gasbrenner zwar zum
Glimmen gebracht, doch erst ein Blasrohr konnte mit etwas Geduld
Flammen entfachen. Viele Leute standen noch lange in der Nähe
des Zapfhahns, der wohl auch einige Arbeit hatte, während die
anderen in den gut erleuchteten Lagern ihre Plätze in
gemütlichen Runden fanden. So endet für viele der erste
Abend, für einige wenige schon der zweite.
Der
Sonntag, der erste Markttag. Während wir nach dem ersten
Heißgetränk am Morgen frühstückten, bauten
die Marktleute des 21. Jahrhunderts ihre Stände auf. Kaum
wieder im Lager kamen kaum überhörbar die
Oldtimer-Traktoren auf dem Markt an, die schon in den Vorjahren
dazu gehörten. Schon bald kamen auch die ersten Besucher und
die bekannten und immer gut besuchen Werkplätze der
Korbflechter und Beutelmacher begannen. Die Specksteine und Spiele
war auch bald gut besucht, ebenso die Bogenbahn, an der ich
begann. Nach kurzer Hilfe vom Lottergesindel lief es dann auch
rund und es fand sich zum Glück immer eine Ablösung,
wenn die Zeit für Stockkampf oder den Markttanz gekommen war.
Zum
Kampf kann ich sagen, dass sich das Volk am Sonntag weniger
mitreißen ließ, als am Montag, dafür gab es am
Sonntag keine Verletzungen, die leider am Montag auftraten. Jubel
brach auf, als Jonas endlich mal seine Kraft entfesselt und so
stark nach mir schlug, dass sein dabei Stock zerbrach. Das Tanzen
begann mit wenigen Marktleuten, es wurden aber von Mal zu Mal mehr
und diese brauchten auch immer weniger Übung, obgleich wir
alle noch mehr Übung gebrauchen könnten. Zwischen diesen
Dingen hatte ich Zeit mal von dem Spanferkel zu Essen, aber auch
in unserem Lager gab es gute Speisen und viel Kuchen. Aber zurück
zum Sonntag, der für mich als Bogenschütze schön
war. Gegen halb sechs kamen die anderen Marktleute mit ihren
Bögen, um zu schießen. Ich stellte mich mit in ihre
Reihe. Wir einigten uns auf sechs Pfeile und dann ging es los.
Treffsicher, schnell und mit großer Kraft flogen dann die
Pfeile.
Danach
begannen die Vorbereitungen für die Feuerschow, die wir schon
um acht Uhr beginnen konnten. Wir hatten Kai zur Verstärkung
dabei, der unser Programm wahrlich bereichert hat. Dem Lob der
Gäste und Marktleute, sowie meinem Gefühl nach zu
urteilen, war unsere Show ein voller Erfolg. Danach folgte der
gemütliche Teil mit reichhaltigem Abendbrot und gemütlichem
Beisammensitzen.
Am
Montag war das Wetter anfangs nicht so sonnenklar wie Samstag und
Sonntag, doch schon vor dem Frühstück waren die Wolken
weggezogen. Den Montag fühlte ich mich schon ein wenig
erschöpft, aber trotzdem begann ich wieder an der Bogenbahn,
die immer gut besucht war. Zum Frühen Nachmittag kam unser
Kampf als erste Vorführung des Mittelalterlagers, das
Dreschen aus vergangenen Tagen gab es schon zuvor zu bewundern.
Die Vorführung raubt mir viele Kräfte und sie hinterließ
leider auch Verletzungen. Aber dafür war sie erfolgreich, das
Volk war besser zu begeistern. Danach sollte es wieder einen Tanz
der Marktleute geben, aber die Musik wollte nicht so wie wir. Es
dauerte bis wir die Musik in der Reihenfolge hatten, wie wir sie
wollten. Somit lief alles erst im zweiten Versuch, aber es lief
und auch hier fanden sich mutige Leute aus den Reihen der Gäste,
die mit uns tanzten.
Gegen 17 Uhr waren die Leute fast
auf einen Schlag weg und so begann der Abbau, der bei einigen die
letzten Reserven forderte, aber doch schnell und gut ablief. Noch
vor der Dunkelheit endet auch das letzte Lager in diesem Jahr.
Bleibt uns nur die Freude auf das nächste Jahr.
Jes-Matthias
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